Glaubenswege
Annemarie Schramm, Vorstandsvorsitzende

Ich wuchs mit meinen drei Geschwistern in einem christlichen Elternhaus auf. Geprägt von der Härte der elterlichen Erziehung, in welcher Achtung, Leistung, Pflichterfüllung, ordentliches Verhalten, Geradlinigkeit und Strenge eine große Rolle spielten, war mir der Glaube und die Liebe von Jesus noch nicht so recht bewusst. Bis zu meinem 40. Lebensjahr war der Glaube immer unterschwellig in meinem Herzen. Für mich war Gott ein strafender Vater, der uns züchtigen will.
Ich musste in meiner Familie viele Tiefschläge und Verluste aller Geschwister, Eltern und liebevollen Oma verwinden. Diese schmerzlichen Erfahrungen zeigten mir, wie sehr ich auch zerbrechlich und weich bin.
In den Jahren 1989 bis 1996 wurde ich gesundheitlich durch große Tiefen und Durststrecken geführt. In dieser Zeit lernte ich den "liebenden Gott" auf wunderbare Weise wieder kennen und spüren, wie nahe er mir jeden Tag war und ist. Er kam und rettete mich heraus aus all meiner Dunkelheit und Schmerz. Ich durfte so viele Wunder erleben, fröhlich und getragen im Glauben meinen Weg gehen. Gott hat mir viele liebe Menschen an die Seite gestellt, die aufbauende und liebevoll zur Seite standen und stehen. Ja, Jesus gab mir das, wonach ich mich mein ganzes Leben lang sehnte. Ich durfte Jesus um Vergebung meiner Schuld bitten, und er nahm und nimmt sie heute noch jeden Tag an.
Durch diese Erfahrungen bin ich reifer geworden, und Jesus hat mein Leben verändert. Ich habe seit 1997 die Gelegenheit, erst durch Besuchsdienst bei kranken Gemeindemitgliedern, dann seit 1998 im Leuchtturm e.V., meine ganz Kraft für Menschen mit Problemen, besonders für Kinder und Jugendliche, einzusetzen. Dies ist für mich der gelebte Glaube, der Dienst am Schwachen.
Dieser Dienst am Nächsten bereitet mir Freude, und ich bekomme immer wieder von Gott die Kraft dazu, denn ohne diese käme ich nicht weiter. Es ist für mich ein Schatz, liebe Menschen an meiner Seite zu wissen, die mich auffangen, wenn ich schwach bin, die mir Hilfestellung geben, wenn mir die Worte fehlen, und die mich als Mensch achten und Vertrauen in mich setzen.
Danke, lieber Vater, dass Du mir zwei liebe Söhne und einen Ehemann an die Seite gestellt hast, die alles mittragen und ertragen.
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